Malware in Handyersatzteilen

Durch eine Reparatur kann Ihr Handy fremdgesteuert werden!

 

Donnerstag, der 17. August 2017|Informationssicherheit|

„Keine Erkennungsmethode ist bekannt!“

Malware in Handyersatzteilen

warnt ein israelisches Forscherteam der Ben Gurion Universität. „Der Kernel vertraut den Treibern, und die Treiber vertrauen der Hardware“ sprach der Kopf des Forscherteams Omer Shwartz auf einer Kanadischen Sicherheitskonferenz.

Ein Angriff am Beispiel des Touch Screens
Ein Problem, welches viele kennen: Risse im Touchscreen, und die Funktionalität ist eingeschränkt. Nicht selten wird statt des Originalersatzteils des jeweiligen Herstellers ein günstiges Alternativprodukt gekauft: Durch darin versteckte Malware können die Eingaben mitgeschnitten werden, und Passwörter oder PIN Nummern an Dritte übermittelt werden.

Dies ist allerdings nicht das Ende der Fahnenstange: Über die versteckte Malware erhalten die Angreifer Möglichkeiten Rechte in Apps zu verändern, Nachrichten zu verschicken oder sogar das Gerät zu rooten. Zusammengefasst: Ihr Handy wird komplett fremdgesteuert!

Bisher sind keine Abwehr- oder Erkennungsmethoden bekannt
Weder Werkzeuge zur Entdeckung, noch Methoden zur Beseitigung der Malware, sind bekannt. Shwartz reduziert die Gefahr allerdings nicht auf Touchscreens, sondern auch Chips, Lagersensoren oder NFC-Sensoren lassen sich mit Malware besetzen.

Erste Gegenmaßnahmen
Shwartz empfiehlt als erste Gegenmaßnahme eine Hardware-Firewall. Der Chip auf dem Motherboard überwacht die empfangenen Signale des Touchscreens. Trotz dass dem israelischen Forschungsteam keine aktuellen Angriffe bekannt sind, bitten sie um Vorsicht: „Wenn Sie sagen, dass Ihr Handy mitten in der Nacht ein Foto gemacht hat und jemandem per Mail geschickt hat, wird Ihnen niemand Glauben schenken“ warnt Shwartz auf der WOOT 2017 in Vancouver.

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Quelle: heise.de